Slow-Motion-Videos – Tipps & Tricks

Thomas Jacob 23/04/2018


Das Grundprinzip der Zeitlupe (Slow Motion bzw. die Kurzform Slow Mo sind ebenfalls gebräuchlich) zu verstehen ist hilfreich, um die Regeln des Formats richtig zu befolgen und zu nutzen. Der Filmeffekt hat seinen Ursprung in den frühen Tagen des Films. Damals haben die Kameramänner und –Frauen beim Drehen einer Szene buchstäblich die Filmrolle gekurbelt. Indem sie die Rolle schneller drehten, sahen sie ihre Filme langsamer projiziert.

Warum ist das so? Da kommen wir zur Grundprämisse von Slow Mo. Für eine Zeitlupe werden eine Reihe von Bildern sehr schnell aufgenommen – heutzutage mindestens 120 Bilder pro Sekunde und oft sogar 300 oder mehr. Abgespielt wird das Video in der Regel mit 24-30 Bildern pro Sekunde. Das heißt, das bei 300 aufgenommenen Bildern pro Sekunde und einer Abspielrate von 30 Bildern pro Sekunde, das Video um den Faktor 10 verlangsamt dargestellt wird. Aus einer Sekunde Aufnahme werden somit zehn Sekunden Wiedergabe. Dies führt zu dem bekannten Zeitlupeneffekt.

Und während das digitale Video traditionell mit den hohen Bildraten für echte Zeitlupenaufnahmen zu kämpfen hat, funktionieren viele neue Kameras wie ein „Überkratzen“, indem sie Hunderte von Bildern mit niedrigerer Auflösung pro Sekunde aufnehmen. Die hier zu findenden Tipps betreffen Kameras und Camcorder mit hoher Bildrate Im ersten Teil dieses Artikel geht es nicht darum, Ihre Aufnahmen mit normaler Geschwindigkeit in einem Video-Editor zu verlangsamen. Wie dies funktioniert finden Sie am Ende des Artikels.

1. Verwenden Sie viel Licht

Wenn Sie in Zeitlupe aufnehmen, nehmen Sie viele Bilder pro Sekunde auf. Das führt dazu, dass der Verschluss nur wenig Licht aufnehmen kann, da die Verschlusszeit sehr kurz ist für jedes Bild. Sie benötigen also viel Licht oder die Aufnahmen werden sehr dunkel.

In der Praxis bedeutet das, dass Super-Highspeed-Aufnahmen in Innenräumen meist nicht richtig funktionieren. Natürlich kann mit viel künstlichem Licht nachgebessert werden. Auf der Casio EXILIM Pro EX-F1 zum Beispiel können Sie 300fps in Innenräumen aufnehmen, und vielleicht 600fps, wenn Sie sich in der Nähe eines Fensters befinden, aber Sie können die 1200fps-Einstellung nicht ohne helles Licht erreichen. Aus dem gleichen Grund kommen Nachtaufnahmen nicht in Frage.  Erwarten Sie also nicht, einen Kolibri unter dem sanften Schein des Mondes zu filmen.

2. Achten Sie auf Ihre FPS

Wie oben erwähnt, funktioniert Zeitlupe auf Kamerasystemen, die gar nicht dafür ausgelegt sind, nicht so gut. Wenn Ihre Kamera also nur 24 oder 30 Bilder pro Sekunde aufnimmt, wird Ihre Zeitlupe lediglich von der von Ihnen verwendeten Bearbeitungssoftware vorgetäuscht. In der Regel sind die Ergebnisse eher mittelmäßig.

Es geht darum, Leben einzufangen, das man normalerweise nicht sehen kann: Das Flattern der Flügel eines Käfers, das Knallen eines Wasserballons, der flüchtige Mikroausdruck von Freude oder Schmerz auf dem ansonsten selbstgefälligen Gesicht eines Menschen.

Die Wahl der richtigen Bildrate für Ihr Motiv ist von entscheidender Bedeutung. Hier ist eine kleine Übersicht für den Anfang:

  • 120fps: Baseline Zeitlupe, nur ein Viertel der Geschwindigkeit des realen Lebens; es ist die ideale Geschwindigkeit für Sportwiederholungen.
  • 300fps: Gut für narrative Zeitlupe wie Spaziergänge oder Liebesszenen.
  • 600fps: Gut für extrem schnelle Ereignisse, wie Pistolenschüsse oder Flügelschläge von Käfern.

Beispielvideo

Das folgende Video zeigt verschiedene Slow-Motion-Aufnahmen bei diversen Geschwindigkeiten.

Slow Motion Aufnahmen mit Software erstellen

Movavi Video Editor

Der Movavi Video Editor fügt einen Slow-Motion-Effekt hinzu

Einige Video-Editoren ermöglichen die Verlangsamung von Videomaterial und somit den Slow-Motion-Effekt. Als positives Beispiel ist der Movavi Video Editor zu nennen, der sich durch eine einfache Handhabung und gute Ergebnisse auszeichnet. Exemplarisch zeigen wir, wie dies mit diesem Editor funktioniert. Eine ausführliche Anleitung bietet der Anbieter selbst unter https://www.movavi.de/support/how-to/how-to-slow-down-video.html.

Als erstes müssen Sie die gewünschte Videodatei hinzufügen.

Im nächsten Schritt können Sie unter Clipeigenschaften die Geschwindigkeit des Abspielens verändern. Stellen Sie diesen beispielsweise auf 20% und aus einer Sekunde Video werden fünf. Natürlich kann darüber auch ein Zeitraffer-Effekt erzeugt werden, wenn der Regler in die andere Richtung geschoben wird.

Der dritte und letzte Schritt beinhaltet die Speicherung des Videomaterials. Sie können das Video in diversen Formaten exportieren.

Fertig!

Fazit

Die Nutzung des Slow Mo Effekts bietet diverse Möglichkeiten. Es ist ein stilistisches Mittel und zusätzlich können neue Einsichten in besonders schnelle Vorgänge gewonnen werden. Es empfiehlt sich spezielle Kameras zu verwenden, die bis zu 1200 Bilder die Sekunde aufnehmen können. Dabei ist aber darauf zu achten, dass je mehr Bilder pro Sekunde aufgenommen werden sollen, desto besser müssen die Lichtverhältnisse sein. Egal wie viel Bilder pro Sekunde ihr Videomaterial hat, können Videoeditoren wie der vorgestellte von Movavi den Effekt nachträglich in das Video einfügen.

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