Wikipedia Autoren müssen in Zukunft Auftraggeber offenlegen

Silvan Mundorf 19/06/2014

Wer einen Wiki-Autor für die Bearbeitung eines Eintrages bezahlt muss nun damit rechnen, dass all seine Daten offengelegt werden. Dazu entschied sich die Wikimedia Foundation vor Kurzem. Dies soll zu mehr Neutralität und weniger Werbung auf dem Wissensportal führen.

Werbung kann mittlerweile überall gefunden werden

Bild von: Diego3336

Wikipedia ist ein gigantisches Projekt welches sehr großen Erfolg erlangt hat. Es ist die größte Enzyklopädie der Welt und dient etlichen Menschen als Informationsquelle. Hier findet man einen großen Teil des menschlichen Wissens auf einem Fleck und die Seite ist jedem kostenfrei verfügbar.

Da Wikipedia sehr viele Besucher anzieht ist die Enzyklopädie eine sehr attraktive Werbeplattform. Wer hier einen Eintrag hat erhöht nicht nur seine Seriösität, sondern signalisiert auch den Suchmaschinen eine gewisse Authorität.

Da Wikipedia jedoch streng von einer ehrenamtlichen Gruppe von Autoren und Editoren kontrolliert und überprüft wird, ist es schwierig eine solche Verlinkung zu ergattern. Auf Grund ihrer Attraktivität suchen etliche Unternehmen jedoch nach Schlupflöchern und haben eins gefunden. Sie suchen gezielt den Kontakt zu ehrenamtlichen Mitarbeitern des Wikimedia Foundation und bieten ihnen Geld dafür an, dass sie die eingestellten Verlinkungen akzeptieren und absegnen. Das hilft zwar dem Unternehmen sowie dem Autor, doch schadet es massiv dem guten Ruf von Wikipedia und hat Potential die Besucher auf Abwege zu schicken.

Um dieses Problem einzudämmen hat die Wikimedia Foundation nun entschieden mit harten Bandagen gegen das Treiben vorzugehen. Im Oktober vergangenen Jahres wurden rund 250 Konten von Autoren geschlossen. Sie standen im Verdacht Artikel gegen Bezahlung zu editieren. Darüber hinaus mussten 11 Marketingagenturen unterschreiben, dass sie die Richtlinien von Wikipedia in Zukunft achten und respektieren werden.

Geldgeschenke korrumpieren Wikipedia-Autoren

Bild von: epSos.de

Diese Agenturen ließen im Auftrag großer und namenhafter Unternehmen dafür Sorgen, dass ihre Kunden in einem guten Licht erscheinen und attraktive Verlinkungen ernten konnten. Die Wikimedia Foundation hofft damit das Problem beseitigt zu haben. Gleichzeitig sind sie sich aber auch im Klaren, dass auf Grund der monetären Anreize weiterhin nach Lücken im System gesucht werden wird. Im Sinne der Netzneutralität hoffen wir, dass Werbelinks weitestgehend aus Wikipedia entfernt werden können und in Zukunft auch keinen Einzug mehr erhalten.

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