Unabhängige Plattenfirmen könnten schon bald von YouTube verschwinden

Silvan Mundorf 22/06/2014

Wer YouTubes neue Lizenzbedingungen nicht akzeptiert, wird in Zukunft vom Streamingdienst ausgeschlossen. Aktuell verfügbare Inhalte könnten anschließend entfernt und Nutzungskonten geschlossen werden.

Während Musik vor allem Emotionen auslöst wird im Hintergrund taktiert

Bild von: crsan

Vor einiger Zeit war YouTube und sonstige Videoportale ein Dorn im Auge der Musikindustrie. Sie versuchten die hochgeladenen Lieder und Videos zu entfernen und beklagten gigantische Gewinne. Heute ist YouTube eine wichtige Einkommensquelle und kann für Werbezwecke jeglicher Art verwendet werden.

YouTube änderte in jüngster Zeit die Lizenzbedingungen und erntet Gegenwind von einigen unabhängigen Plattenfirmen. Der Streamingdienst, welcher zum Google-Konzern gehört, will Besuchern musikalische Inahlte ohne Werbung anbieten. Teile der Musikindustrie fürchten, dass so ein Großteil der Einnahmen wegbrechen wird. Nutzern wird die Möglichkeit gegeben Abonnements zu erwerben, an dessen Gewinnen die Labels beteiligt werden sollen. Laut Aussage von Robert Kyncl, Head of Content and Business Operations, seien bereits viele Major Labels und andere Firmen von dem Konzept überzeugt und haben die Lizenzbedingungen akzeptiert.

Wer dies nicht tut, wird in Zukunft schlechte Karten haben. YouTube plant umfangreiche Sperren, welche etwa 5% aller Musiker betreffen werden. Undurchsichtig wird das Konstrukt, sobald ein Künstler in verschiedenen Ländern von unterschiedlichen Labels vertreten wird. So könnte es vorkommen, dass man in einem Land auf die musikalischen Inhalte zugreifen kann, in einem anderen jedoch nicht.

Viele unabhängige Plattenlabels haben sich unter dem Dachverband WIN formiert und versuchen die geänderten Lizenzbedingungen YouTubes zu bekämpfen. Die Europäische Kommission habe bereits eine Beschwerde empfangen und man will weiterhin standhaft bleiben.

Mit Beats by Dre startete der rapper und Produzent einen neuen Trend

Bild von: donnaenriquez

Streaming wird als die Zukunft der Musikindustrie gehandelt und einige IT-Giganten versuchen bereits den Markt unter sich aufzuteilen. Apple übernahm beispielsweise das Unternehmen Beats Electronics und ist somit Inhaber des angebotenen Streamingdienstes. Dr. Dre und Jimmy Lovine, die Gründer des Unternehmens, sind damit ebenfalls für Apple tätig. Ihnen werden beste Verbindungen in die Musikindustrie nachgesagt. Darüber hinaus rückt der Shoppingriese Amazon immer weiter in den Bereich des Streamings. Durch Amazon Prime Music stellt es einen bedrohlichen Konkurrenten dar. YouTube sieht sich in Gefahr und will durch den neuen Streamingdienst und die Bindung der Musiker die Marktherrschaft festigen.

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