Wireless LAN im Europaparlament gehackt

Silvan Mundorf 03/12/2013

Dass ein drahtloses Netzwerk Möglichkeiten bietet und Gefahren birgt, ist mittlerweile jedem Kind bewusst. Dennoch gelang es einem Hacker Zugangsdaten verschiedener Politiker zu stehlen und damit Zugriff auf das W-LAN des Europaparlaments zu nehmen.

Hackerangriff auf das EuropaparlamentEs weiß nun jeder, dass Hacker und Nachrichtendienste nicht einmal vor unserer Kanzlerin Angela Merkel Halt machen. Bespitzelungen sind scheinbar auch auf Europaebene üblich. Das in Straßburg ansässige Europaparlament ist nun ebenfalls Opfer einer Abhör- und Hackaktion geworden. Über einen Cyberangriff war es einem Unbekannten gelungen, die Zugangsdaten von insgesamt 14 im Europaparlament tätigen Menschen zu entwenden. Dies geschah über sogenannten „Man in the Middle“ Attacken und eine Überwachung verschiedener mobiler Endgeräte.

Das betroffene W-LAN Netz wurde nun aus dem Betrieb genommen und soll in naher Zukunft auch offline bleiben. Smartphones und Tablets, welche auf das gehackte Netzwerk zugegriffen haben, müssen nun umfassenden Sicherheitschecks unterzogen werden, um eine von ihnen ausgehende Gefahr zu vermeiden.

So könnte die Fehlermeldung ausgesehen habenDer Hacker baute das W-LAN des Europaparlaments ganz einfach nach und verleitete so die Mitarbeiter ihre Zugangsdaten in ein Login Portal einzugeben. Nachdem sie dies taten erfolgte eine Fehlermeldung und die Daten wurden an den Hacker weitergeleitet. Anschließend musste man sich erneut einloggen, diesmal jedoch im korrekten W-LAN. Die meisten im Europaparlament tätigen Menschen witterten hier keinen Verdacht. Sie waren in der Annahme, dass sie ihr Passwort falsch eingegeben haben und versuchten es erneut.

Internen Informationen zufolge sind auch die Räumlichkeiten in Brüssel mit ähnlichen Sicherheitsstandards ausgestattet, sodass auch dort ein solcher Angriff problemlos denkbar ist.

Die gestohlenen Daten wurden bisher nicht verwendet, um Profit zu erzielen oder Schaden anzurichten. Unbestätigten Quellen zufolge zielte der Angreifer darauf ab, auf Sicherheitslücken aufmerksam zu machen und vor unverschlüsseltem E-Mailverkehr zu warnen.

Es ist in der Tat erschreckend, dass ein Einzeltäter mit sehr einfachen Mitteln einen solchen Hack durchführen kann. Welche Möglichkeiten finanzstarke internationale Hackergruppierungen haben, ist kaum auszumalen. Auch Geheimdienste scheinen leichtes Spiel mit Politikern zu haben.

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